Wenn der 2. (ja auf Grund des einen Spiels mehr sind wir das gefühlt immer noch) auf den 3. der Kreisliga trifft, dann kann man von einem Spitzenspiel sprechen, bei dem auch die Sportanlage am Zippen prächtig gefüllt war. Die Erwartungen der Fans und Zuschauer waren also hoch.

Dass die Erwartungen doch noch übertroffen wurden, hätte wohl keiner erwartet...

Mit dem ersten Pfiff des Schiedsrichters brachten wir mindestens 100 % auf unseren heimischen Kunstrasen und schafften von der Spielverteilung her Verhältnisse, wie wenn der 1. gegen den 13. spielt... wir waren von Beginn an präsent und fokussiert. Wir haben keinen einzigen Zweikampf einfach so hergeschenkt und haben auch bei das Tempo immer wieder variiert. So könnte man gar von einer Komposition sprechen, die dann in Halbzeit 2 sogar noch an Dramaturgie so ziemlich alles hatte, was der Körner Ultra so gerade noch verträgt. Doch bevor ich mich hier im Freestyle Jazz verhädere... alles der Reihe nach...

Im Allegro und Presto bließen unsere 11 Komponisten zum Angriff. Hansi, unser bestes Streichinstrument, wirbelte immer zwischen den Zuschauerketten aus Sharri und nach nur 13 Minuten lief unsere Keltische Zauberharfe aus spitzem Winkel aufs Tor zu und strich den Ball über den Torwart ins Netz. Die ersten Standing Ovations beklatschten das 1:0.

Nach kurzem Largo und Moderato, in denen auch unsere Innenverteidiger Fabi und Strele mit ordentlich Bass dagegen halten mussten, ging es oft auch über unsere lange Flöte Lolo (manchmal aber einfach auch nur mit Megafon unterwegs) und unsere feine Klarinette Marvin wieder nach vorne. Aber acuh über rechts bescherte uns "jazzer" und Freestyler Jonas, mit ordentlich Tango im Blut, immer wieder schöne Angriffe im Zusammenspiel mit unserer feinen Bratsche Brach.

In der 24. Minute wurde das Konzert via Notbremse (nein kein Spieler aus Sharri bekam die rote Karte...) kurz unterbrochen, ehe Conor O Harfe vom Punkt aus erneut das Netz zappeln ließ.

Kurz nach der Pause hätte es wegen klarem Nachtretens oder wirklich üblem Foulspiels bereits die 2. rote Karte geben müssen. Doch anscheinend war selbst der Dirigent im unparteiischen Gelb so von unserer Spielweise beeindruckt, dass er unser Presto con spirito nicht stören wollte. Stattdessen kam eine Querflöte aus Sharri durch und prustete zum zwischenzeitlichen 2:1. 

Doch kennt ihr das, wenn Kinder vor Neid erblassen und dann nur noch versuchen, die eigenen Gegenstände kaputt zu machen?
So in etwa versuchte Sharri irgendwie nochmal zurückzukommen. Schreien, schlagen, treten... alles war dabei... Doch auch wenn unser 11-tet sich nicht völlig unbeeindruckt zeigte, so bließ jedem Balg ein so gehöriger Gegenwind, dass die wirklich großen Chancen für Sharri ausblieben. Besonders an unseren (Ball) Jagdhörnern Mario und Niko kam einfach niemand vorbei und so war selbst Sharris Solist mit der 19 auf die Tribüne zum Zugucken verdammt.

Nachdem der Dirigent dann doch langsam anfing, die Kunstbanausen nach und nach mit roten Karten des Saales zu verweisen. Machten unsere Jungs den Schlussakord und trafen zum 3 und 4 zu 1.